Wir haben in unserem Pfarrverband eine Vision: Dass möglichst viele Menschen zu Jesus Christus finden und mit Ihm in eine persönliche Beziehung treten. Außerdem wollen wir bewährte Traditionen bewahren und diese mit Neuem verbinden.
Pfarrer Christian, LIVT-Teamleiterin Birgit Wechselberger und die im Team N (Neuevangelisierung) aktive Christina Budimayr erzählen uns, wie es dazu kam und warum wir als Christen nur ein Licht in der Welt sein können, wenn wir es gemeinsam angehen.
Lieber Christian, liebe Birgit, liebe Christina, wir haben in unserem Pfarrverband eine Vision:
Wir wollen den Menschen eine persönliche Beziehung zu Gott ermöglichen, indem wir Jesus begegnen und Ihm folgen, Gott in Gemeinschaft loben, Tradition mit Neuem verbinden und unsere Begabungen einsetzen.
Das sind sehr konkrete Punkte. Wie sind diese entstanden?
Christian: Wir haben gesehen, dass verschiedene Gemeinschaften und Pfarren schon eine Vision hatten und damit gearbeitet haben. Das hat uns inspiriert, auch eine Vision zu erarbeiten.
Christina: Die Vision ist über einen längeren Zeitraum entstanden. Wir haben uns gefragt: Was ist unser Auftrag als Kirche heute? In Gebet und Gesprächen wurde uns immer deutlicher, dass es nicht zuerst um Strukturen oder Veranstaltungen geht, sondern darum, dass Menschen Jesus Christus kennenlernen.
Warum ist es euch wichtig, dass wir bei allem, was wir im Pfarrverband tun, diese Vision vor Augen haben?
Birgit: Wenn ich die Vision vor Augen habe, schärft sie mein Denken und hilft mir dabei, dass ich weiß, warum ich etwas tue – oder auch nicht tue.
Christina: Eine Vision gibt Orientierung. Sie hilft uns, Prioritäten zu setzen und uns immer wieder zu fragen: Dient das, was wir tun, wirklich unserem Auftrag? Gottesdienste, Sakramente und Traditionen sind wie ein Fundament. Aber sie entfalten ihre ganze Tragkraft erst dann, wenn sie Menschen in eine lebendige Beziehung zu Gott führen.
Einiges ist bereits verwirklicht worden, wollt ihr ein paar Beispiele nennen?
Christina: Es gibt viele kleine und große Beispiele. Der Sonntag 2.0 verbindet die liturgische Tradition mit neuen Ausdrucksformen und schafft Raum für Begegnung.
Birgit: Beim Sunday Morning ist Gott für mich besonders in der Gemeinschaft spürbar. Wie etwa im gemeinsamen Lobpreis und in der Begegnung mit den anderen Menschen – Stichwort: „Kaffeemaschine läuft“.
Christian: Die 24/7-Anbetung in Neukirchen ist für mich eine Zeit, wo ich Jesus direkt begegnen kann. Einfach zur Ruhe kommen, still werden, da sein – das tut so gut. Die Tatsache, dass jede Woche ca. 90 Personen dieser Einladung folgen, zeigt, dass es einen Nerv unserer Zeit trifft.
Im Zentrum steht die persönliche Beziehung zu Jesus Christus. Was bedeutet das? Und wie kann diese Beziehung wachsen?
Christina: Christsein bedeutet mehr, als religiöse Pflichten zu erfüllen. Es geht um die Beziehung zu einer lebendigen Person: Jesus Christus. Er kennt uns, liebt uns und lädt uns ein, Ihm nachzufolgen. Diese Beziehung wächst wie jede andere Beziehung auch – durch Zeit miteinander. Das geschieht im Gebet, im Lesen der Heiligen Schrift, in den Sakramenten, in der Gemeinschaft und darin, dass wir versuchen, in unserem Leben mit Jesus zu gehen.
Sehr schön finde ich auch den Punkt, dass wir Gott in Gemeinschaft loben wollen – trotz aller Herausforderungen, die das Leben manchmal bringt. Hilft es, den Glauben gemeinsam zu leben anstatt alleine im stillen Kämmerchen?
Christina: Der Glaube ist nicht als „Einzelprojekt“ gedacht. Schon die ersten Christen kamen zusammen, um zu beten und Gott zu loben. Wenn wir gemeinsam Gott danken und Ihn preisen, richtet sich unser Blick weg von unseren Sorgen hin auf Seine Größe und Treue. Gerade in schwierigen Zeiten trägt uns oft die Gemeinschaft sowie der Glaube. Gemeinschaft schenkt Ermutigung, Hoffnung und die Erfahrung, dass niemand seinen Weg allein gehen muss.
Tradition und Neues verbinden – was heißt das für euch?
Birgit: Ich finde es wichtig, dass wir unsere Traditionen schätzen und bewahren. Gleichzeitig braucht es auch neue Zugänge zum Glauben. Das habe ich bisher immer wieder erfahren.
Christian: Jesus selber sagt uns, dass jemand, der ein Nachfolger von Ihm geworden ist, wie jemand ist, der in seinem Haushalt Altbewährtes und auch Neues verwendet. Siehe Evangelium nach Matthäus:
Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt. (Matthäus 13,52)
Ich liebe ganz neue Dinge und gleichzeitig freue ich mich, wenn ich bei einer Prozession mit Fahnen und Vereinen dabei sein kann.
Ein weiterer Teil der Vision sind auch unsere je eigenen Begabungen. Diese hat uns Gott geschenkt, damit wir sie zu Seiner Verherrlichung einsetzen. Wir sollten also nicht hintanhalten mit dem, was wir können. In Gottes Wort steht geschrieben, dass wir reiche Frucht bringen sollen. Wie geschieht das jetzt schon im Oberpinzgau?
Christian: Wenn ich an die vier Musikkapellen unseres Pfarrverbandes denke, dann sehe ich viele Frauen und Männer, die sich ergänzen und gemeinsam etwas Großes schaffen. Das ist für mich ein Bild für das Reich Gottes. Nur gemeinsam ist es uns möglich, als Christen Licht in dieser Welt zu sein. Manche mehr im Vordergrund, manche im Hintergrund, manche als „Anpacker“, andere wieder als „Vordenker“.
Unsere Begabungen einsetzen bedeutet für mich auch, dass der Glaube nicht etwas ist, das ich in erster Linie konsumiere. Christsein heißt für mich, meine Talente zu leben und andere zu ermutigen, ebenso ihre Begabungen aktiv einzusetzen.
Birgit: Ich finde es cool, dass so viele Menschen in den verschiedenen Teams unseres Pfarrverbandes ihre Begabungen einbringen. Die einen im Jugendgebetskreis und Jugendgottesdienst, andere im Team Gastfreundschaft, wieder andere im Pfarrgemeinderat oder auch bei Krankenbesuchen usw.
Christina: Wenn Menschen ihre Talente aus Liebe zu Gott und den Mitmenschen einsetzen, entsteht eine lebendige Kirche. Die Früchte zeigen sich in wachsender Gemeinschaft, neuer Freude am Glauben, gegenseitiger Unterstützung. Die Menschen dürfen einfach so sein, wie sie sind.





