Junge Menschen und ihr Smartphone – Wie hat Gott da Platz?

Von Sonja |
29. Juni 2026 |
Sonnenuntergang am Meer

Emily Budimayr ist eine junge Christin und mit Social Media und Co. aufgewachsen. Das Smartphone ist für ihre Generation nicht mehr wegzudenken. Um Gott nahezukommen, braucht es aber auch für sie bewusste Zeiten des Offline-Seins.

 

Im Interview erzählt sie uns, warum sie am lieBSten in Italien betet und wie sie ihr Handy auch für die Stärkung ihres Glaubens nutzt. 

Emilys Rat an junge Menschen: Nicht der scheinbar perfekten Welt im Netz nachjagen. 

Porträt von junger gläubiger Frau

Liebe Emily, wie oft bist du online und wie oft bewusst offline?

Ich bin – so wie die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen – sehr oft online. Social Media spielt in unserer Generation eine große Rolle und ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Trotzdem versuche ich, mir jeden Tag bewusst Zeit für andere Dinge zu nehmen, zum Beispiel zum Beten, für Sport, zum Lesen oder einfach für Momente der Ruhe.

Ich merke nämlich selbst, dass ich die Welt um mich herum weniger wahrnehme, wenn ich zu viel Zeit online verbringe. Man verliert ein Stück weit das Gefühl für das echte Leben und für die kleinen Dinge, die den Alltag eigentlich besonders machen. Deshalb ist es mir wichtig, immer wieder bewusst offline zu sein und Zeit für die Dinge zu finden, die mir wirklich guttun.

Du bist eine gläubige Christin. Welche Rolle spielt dein Smartphone in deinem Glaubensleben?

Das ist eine gute, aber auch eine schwierige Frage. Mein Smartphone spielt auch in meinem Glaubensleben eine wichtige Rolle. Ich versuche es bewusst für positive und christliche Inhalte zu nutzen. Zum Beispiel habe ich eine Bibel-App auf meinem Handy, schaue mir auf TikTok oder YouTube regelmäßig christlichen Content an und informiere mich über Themen, die meinen Glauben stärken.

Das Smartphone kann also durchaus eine Hilfe sein, wenn man es sinnvoll nutzt und die digitalen Möglichkeiten auch für seinen Glauben einsetzt.

Kann es manchmal auch zu viel Smartphone sein?

Ja, auf jeden Fall. Die Zeit am Smartphone kann schnell zu viel werden. Deshalb ist es wichtig, sich bewusst Auszeiten zu nehmen und das Handy auch einmal wegzulegen.

Manchmal tut es einfach gut, nichts zu machen – vielleicht nur im Bett zu liegen, nachzudenken oder zur Ruhe zu kommen. Unsere Gesellschaft ist sehr schnelllebig geworden, und viele Menschen haben verlernt, einfach einmal abzuschalten. Das Smartphone trägt oft dazu bei, dass wir ständig beschäftigt und erreichbar sind.

Muss man dann und wann abschalten (,,das Handy“),  um zu Gott zu finden?

Ja, das muss man auf jeden Fall. Man kann nicht nur am Handy sein und sich christliche Inhalte anschauen. Das allein reicht nicht aus, um eine echte Beziehung zu Gott aufzubauen. Wenn man mit einem Menschen eine Beziehung aufbauen möchte, macht man das schließlich auch nicht nur über das Smartphone, sondern durch echte Begegnung und persönliche Gespräche.

Genauso ist es auch mit Gott. Deshalb ist es sehr wichtig, sich bewusst Zeit für das Gebet zu nehmen und die Beziehung zu Ihm nicht nur über Social Media zu leben. Das Handy kann eine Unterstützung sein, aber die persönliche Zeit mit Gott kann es niemals ersetzen.

Das wohl Schönste unseres christlichen Glaubens ist, dass Jesus uns auf übernatürliche Weise liebt und wir eine ganz persönliche Beziehung zu Ihm haben können. Wie pflegst du als junge Frau diese Beziehung?

Mir fällt das natürlich auch nicht immer leicht. Es gibt Tage, an denen ich nicht bete, weil ich viel zu tun habe oder einfach einmal keine Kraft oder keine Lust habe. Das gehört für mich auch dazu, und ich glaube, dass jeder solche Phasen kennt.

Trotzdem versuche ich jeden Tag, meine Beziehung zu Gott zu pflegen. Für mich bedeutet das vor allem, mit Ihm über meine Probleme zu sprechen, Ihm meine Sorgen anzuvertrauen und Ihn um Hilfe in den Dingen zu bitten, die mich beschäftigen. Gleichzeitig danke ich Ihm auch für all das Gute in meinem Leben.

Leider komme ich nicht so oft in die Kirche, wie ich es gerne würde. Aber etwas, das mir sehr hilft, ist Lobpreis. Ich liebe Lobpreismusik und gesungene Gebete, weil ich Gott dadurch sehr nahe sein kann.

Mir persönlich fällt es manchmal schwer, regelmäßig in der Bibel zu lesen, aber dafür fällt es mir umso leichter, durch Lobpreis und durch das Gespräch mit Gott meine Beziehung zu Ihm zu vertiefen. Und wenn es sich ausgeht, gehe ich natürlich auch gerne in die Kirche oder nehme mir bewusst Zeit für meinen Glauben.

Für mein Gebet suche ich mir oft ganz bewusst einen Ort aus, an dem ich mich wohlfühle. Immer nur in meinem Zimmer zu beten, fühlt sich für mich manchmal etwas eintönig an. In der Natur fällt es mir viel leichter, zur Ruhe zu kommen und mich auf Gott zu konzentrieren. Wenn ich draußen bin, sehe ich die Schöpfung Gottes – die Natur, den Himmel, das Meer – und das hilft mir, Seine Gegenwart noch bewusster wahrzunehmen.

Besonders gerne bete ich in Italien, weil ich dort oft Zeit verbringe. Ich liebe es, mich am Abend, wenn alles ruhig geworden ist, an den Strand zu setzen oder hinzulegen, auf das Meer zu schauen und einfach mit Gott zu sprechen. In diesen stillen Momenten, wenn alles um mich herum ruhig ist, kann ich am besten beten, meine Gedanken ordnen und mich Gott ganz nahe fühlen.

Ich habe manchmal den Eindruck, deine Generation, die mit Social Media & Co. aufgewachsen ist, kann mit On und Off besser umgehen als Menschen, die erst als Erwachsene in diese digitale Welt hineingewachsen sind. Wie siehst du das?

Da ich selbst mit Social Media und Smartphones aufgewachsen bin, ist es schwierig, das wirklich zu beurteilen. Für meine Generation gehört das Handy einfach von klein auf zum Leben dazu, und viele von uns kennen ein Leben ohne ständige Erreichbarkeit oder soziale Medien gar nicht.

Deshalb glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass wir besser mit dem Wechsel zwischen Online- und Offline-Sein umgehen können. Ich denke sogar, dass viele Erwachsene manchmal besser abschalten können, weil sie noch eine Zeit erlebt haben, in der Smartphones und Social Media keine so große Rolle gespielt haben.

Für Jugendliche und junge Erwachsene ist das oft schwieriger. Es kommen ständig neue Apps, neue Trends und neue Möglichkeiten dazu, und man hat schnell das Gefühl, überall dabei sein zu müssen. Das macht es oft nicht leicht, bewusst offline zu gehen und einfach einmal abzuschalten.

Was kannst du jungen Menschen im Umgang mit dem Smartphone raten?

Ich bin selbst nicht perfekt, was den Umgang mit dem Smartphone angeht. Trotzdem würde ich jungen Menschen raten, nicht jedem neuen Trend hinterherzulaufen und sich nicht mit dem zu vergleichen, was sie im Internet sehen.

Oft wird uns auf Social Media eine perfekte Welt gezeigt – perfekte Körper, perfektes Aussehen oder ein scheinbar perfektes Leben. Man bekommt schnell das Gefühl, man müsse genauso sein oder alles mitmachen. Aber die Realität sieht anders aus: Kein Mensch ist perfekt. Jeder hat seine Stärken, aber auch seine Schwächen und Unsicherheiten.

Deshalb ist es so wichtig, sich selbst anzunehmen und sich nicht von den Erwartungen im Internet unter Druck setzen zu lassen. Mir fällt auf, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene Dinge oder Trends mitmachen, nur um mehr Follower oder Aufrufe zu bekommen. Manche Trends sind lustig und harmlos, andere können aber auch gefährlich sein. Deshalb sollte man immer überlegen, ob etwas wirklich gut für einen ist.

Und etwas, das ich mir selbst immer wieder sagen muss: Leg das Handy auch einmal bewusst weg. Das fällt mir oft sehr schwer, aber manchmal muss man einfach sagen: „Jetzt ist genug.“ Die schönsten Momente im Leben finden oft außerhalb des Bildschirms statt. Und vor allem: Bleibt einfach ihr selbst und akzeptiert euch so, wie ihr seid.

Gibt es sonst noch etwas, was dir auf dem Herzen liegt?

Mir ist wichtig zu sagen, dass die Beziehung zu Gott nicht bei jedem Menschen gleich aussehen muss. Für manche ist es Lobpreis, für andere das Gebet, die Bibel, die Kirche oder einfach die stille Zeit mit Gott. Es gibt viele verschiedene Wege, den Glauben zu leben, und keiner davon ist falsch.

Geht zu Gott genauso, wie ihr seid. Ihr müsst nicht perfekt sein und euch nicht verstellen. Habt keine Scheu, mit Gott zu sprechen und Ihm eure Sorgen, eure Freude und eure Fragen anzuvertrauen.

Und auch im Umgang mit dem Smartphone wünsche ich mir, dass wir lernen, bewusster zu leben – nicht jeden Moment festhalten zu müssen, nicht ständig online zu sein und uns immer wieder Zeit für echte Begegnungen, für Ruhe und für Gott zu nehmen. Denn manchmal spricht Gott gerade in den stillen Momenten unseres Alltags zu uns.

Vielen Dank für das schöne Gespräch! 

 

Neueste Beiträge:

Eine Vision für den Oberpinzgau

Eine Vision für den Oberpinzgau

Der Verein Vision Oberpinzgau hat es sich zum Ziel gemacht, Menschen in die Jüngerschaft Jesu zu führen. Dafür braucht es auch Geld.

Zeit einfach so verschenken?

Zeit einfach so verschenken?

Gott hat uns unsere Lebenszeit geschenkt – sind wir bereit, diese an andere Menschen weiterzuschenken? Das Team Zeitschenken macht es uns ganz konkret vor. Die Mitglieder sind leuchtende Beispiele der tätigen Nächstenliebe. Wenn du willst, mach auch mit!

Tätige Nächstenliebe im biblischen Sinne

Tätige Nächstenliebe im biblischen Sinne

Wenn ich mir als Mensch bewusst bin, dass ich von Gott reich beschenkt und geliebt bin, kann ich mich selber annehmen und lieben, wie ich bin. Aus diesem Bewusstsein heraus wird es mir leichter fallen, meine Lebenskraft, ein gutes Wort, ein offenes Ohr, eine gute Tat meinen Mitmenschen zu schenken.