Welche Wege führen zum Heil?

Von Stefan Scheichl |
31. Dezember 2025 |
Get-Together beim Sonntag 2.0 in Bramberg

Im vergangenen November war Pater Andreas Hasenburger (Missionar vom Kostbaren Blut) im Kammerlanderstall in Neukirchen zu Gast und referierte über das spannende Thema „Heilung und Befreiung“, verbunden mit der im Anschluss diskutierten brisanten Frage „Heilung um jeden Preis?“ 

Unter anderem vertritt der Referent die Auffassung, dass manche verheißungsvolle, gesundheitsfördernde Praktiken wie Yoga, Qi Gong, Bachblüten, Homöopathie, Wünschelrutengehen, Pendeln, Wahrsagerei, Zaubern, Esoterik etc. zwar möglicherweise wirksam sind, aber mit einem entschieden gelebten Christentum nicht zu vereinbaren sind.

Er begründete seine Sichtweise mit Zitaten aus der Heiligen Schrift sowie mit eigenen Erfahrungen aus dem Heilungs- und Befreiungsdienst. (Im Kolleg St. Josef in Salzburg-Aigen, wo Pater Andreas als Leiter der Gemeinschaft wirkt, werden regelmäßig Heilungsgebetstage angeboten, zu denen sehr viele Menschen kommen, die sich Linderung und Heilung körperlicher Leiden, aber auch Befreiung von esoterischen Einflüssen und ähnlicher Belastungen erhoffen).

Pater Andreas stellte an diesem Abend sehr klar heraus, welche Praktiken wir als Christen meiden sollten, weil sie die volle Kraft des Evangeliums, des Wortes Gottes, der Gnadengaben Gottes in unserem Inneren schwächen und zu körperlichen oder seelischen Irritationen führen können.

Wenn ich diese Gedankengänge und Ratschläge beherzige, stellen sich im Anschluss ganz neue Fragen: Was kann ich stattdessen tun? Welche Wege führen dann zum Heil?

Wenn wir davon ausgehen, dass Gott der Schöpfer der Welt ist, der sie gemäß unserem biblischen und kirchlichen Glauben in der Einheit und Liebesgemeinschaft mit dem Sohn und dem Heiligen Geist aus dem Nichts geschaffen hat, dann ist davon auszugehen, dass die Schöpfung gut ist und dass sie grundsätzlich beinhaltet, was wir Menschen zu einem erfüllten Leben brauchen. Gott gab dem Menschen auch den umfassenden Auftrag, sich die Erde und ihre Geschöpfe untertan zu machen und sie im verantwortungsvollen und ganzheitlichen Sinne zu behüten und zu bebauen.

Konkret bedeutet das auch, dass der natürliche Gebrauch der Pflanzen und Kräuter dem Menschen ursprünglich angemessen ist. Besonders erwähnenswert ist in diesem Sinne die Traditionelle Europäische Medizin (TEM), ein ganzheitliches Gesundheitssystem, das auf jahrtausendealtem Wissen über Naturheilmittel und Lebensführung basiert, wobei Körper, Geist und Seele als Einheit betrachtet werden. Sie nutzt europäische Heilpflanzen, Ernährung, Bewegung und Wasseranwendungen. Bekannte Vertreter dieser Form sind Sebastian Kneipp, Paracelsus und Hildegard von Bingen.

Ich selbst habe mit der göttlich inspirierten Medizin der christlichen Heiligen und Mystikerin Hildegard von Bingen bereits einige Male sehr gute Erfahrungen gemacht, die ich auf Anfrage gerne weitergebe. 

Eine weitere im Christentum verankerte Bewegungsform ist die Progressive Muskelentspannung nach Jakobson. Diese Form lockert die Muskeln, entspannt die Nerven und erleichtert die Stressbewältigung. Aber auch sämtliche andere Formen von Gymnastik, Sport und Bewegung – idealerweise in freier Natur – unterstützen ein ganzheitliches Wohlbefinden und eine gute Harmonie von Körper, Geist und Seele.

Aber natürlich gibt es auch zahlreiche Situation in unserm Leben, wo es gut, richtig und sinnvoll ist, von der Schulmedizin oder auch der Psychotherapie Gebrauch zu machen, insbesondere auf Anraten des Arztes bei schwerer oder hartnäckiger Krankheit.

Auch wenn es viele Formen gibt, die uns immer wieder kleinere oder größere Heilserfahrungen spüren lassen, so dürfen wir eines nicht vergessen: Aus katholischer Sicht glauben und wissen wir, wo das größte und ganzheitlichste Heil in Zeit und Ewigkeit zu finden ist: Im dreifaltigen Gott, in der lebendigen Beziehung zu unserem menschgewordenen Herrn und Gott Jesus Christus. In seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung schenkt Gott uns in jeder Eucharistiefeier die Fülle des Lebens.

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