Anbetung – das große Geschenk

Von Sonja |
1. April 2026 |
Get-Together beim Sonntag 2.0 in Bramberg

Eva Rainer und Trixi Leo von unserem Anbetungsteam gehen regelmäßig in die Eucharistische Anbetung. Als Christen glauben wir, dass unser Herr Jesus wahrhaft in der Eucharistie gegenwärtig ist.

Diese intime Zeit der Stille bringt großen Segen – für unser Alltagsleben und potenziell auch für unsere ganze Region. Wer den beiden zuhört, beginnt zu verstehen: Anbetung ist die höchste Form der Verehrung Gottes, wie es Eva ausdrückt. Seit 9. März ist unser schöner Anbetungsraum in Neukirchen jeden Montag von 7 bis 22 Uhr für alle offen. Schau vorbei und sieh, wie gut der Herr ist! 

Liebe Eva, liebe Trixi, Anbetung, was ist das, wie geht das? Könnt ihr uns das bitte ein bisschen erklären?

Eva: Bei der Eucharistischen Anbetung beten wir Jesus an, der im Leib Christi, in der Hostie, wirklich anwesend und gegenwärtig ist. Anbetung ist die höchste Form der Verehrung Gottes. Anbetung ist eine Begegnung mit Gott, eine Herz-zu-Herz-Begegnung mit Jesus. 

Anbetung, wie geht das? Das ist ganz einfach: Er schaut mich an und ich schaue Ihn an. Das hat ein einfacher Bauer dem heiligen Pfarrer von Ars auf seine Frage geantwortet, was er denn eigentlich tue, wenn er täglich in der Kirche vor dem Tabernakel knie. Diese einfache Beschreibung sagt alles aus: einfach da sein und sich bescheinen lassen von der Liebe Gottes. 

Trixi: Anbetung bedeutet für mich, dass ich zum Thron Gottes kommen kann, wo Jesus im Allerheiligsten, also in der Gestalt des Brotes, als Gott und Mensch da ist. Jesus wartet Tag und Nacht im Allerheiligsten auf uns, dass wir zu Ihm kommen. Er empfängt uns alle mit offenen Armen und freut sich über jeden einzelnen, weil Er alle Menschen liebt. Das Wunderbare ist, dass man vor Jesus so sein kann, wie man ist. Man braucht nichts leisten, man kann alle Masken ablegen. Jesus schaut uns ins Herz und nicht ins Gesicht. Jesus kennt dich besser als du dich selbst. Vor Jesus kann man nichts verbergen, Er kennt auch das Verborgenste von dir. Ich kann Jesus alles bringen, alle meine Sorgen, Bitten, Ängste. Ich kann auch meine Freude mit Ihm teilen. Jesus sagt ja selbst:

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Mt 11,28)

Ein anderer Lieblingsvers von mir ist:

„Werft all eure Sorgen auf mich, ich kümmere mich darum.“ (1. Petrus 5,7)

Ich sitze oft vorm Herrn und sage: Alles, was mich jetzt belastet oder beschäftigt, schmeiße ich dir jetzt hin. Du sagst ja selbst, dass wir das tun sollen. Dann sage ich einfach zum Herrn: Bitte sorge du! Wir müssen einfach mit kindlichem Glauben auf den Herrn vertrauen. Jesus hat mir schon so viele Gnaden und Segen geschenkt!

Wie hat sich euer Glaube verändert, seit ihr regelmäßig in die Anbetung geht? 

Eva: Meine persönliche Beziehung zu Gott wurde tiefgründiger. Mein Verständnis der Heiligen Eucharistie wurde substantiell verändert. Meine Liebe zu Christus wurde viel tiefer. Ich feiere auch die Heilige Messe ganz anders mit, ganz in dem Bewusstsein, dass Jesus wirklich und wahrhaftig da ist in der Heiligen Eucharistie. Wenn man das einmal tief verinnerlicht hat, dann ist die Eucharistie wirklich Quelle und Höhepunkt des Lebens. Sie ist Quelle, weil sie Kraft für den Glauben spendet, und Höhepunkt, da sie die innigste Verbindung mit Gott darstellt.

Trixi: Ich war schon vor der Anbetung gläubig, die Heilige Messe war schon immer sehr, sehr wichtig für mich. Wenn ich zur Anbetung gehe, ist Jesus wahrhaft da als Gott und Mensch. Wenn ich in die Heilige Messe gehe, kann ich bei der Eucharistiefeier Seinen Heiligen Leib und Sein Heiliges kostbares Blut empfangen, also kann Jesus ganz in mich aufnehmen. Das ist einfach etwas Wunderbares, das ist das größte Geschenk, das man haben kann. Wir können jede Zelle Seines Körpers in uns aufnehmen! Als Katholik ist die Heilige Messe das Höchste, was man vom Glauben hat. 

Was ist der Unterschied zwischen Gebet zuhause und Anbetung in unserem schönen Anbetungsraum in Neukirchen? 

Trixi: Jesus ist überall. Wenn ich daheim bete, weiß ich, Er ist in meinem Herzen, ich bin Tempel des Heiligen Geistes. Wenn ich zur Anbetung, zum Thron Gottes, gehe, weiß ich, Er ist jetzt wahrhaftig da, wirklich als Gott und Mensch im Allerheiligsten in der Gestalt des Brotes. Das nächste Mal, wenn wir vor den Thron Gottes kommen, ist, wenn wir in die ewige Heimat abberufen werden. Das ist eine ganz große Gnade, dass man vor den Thron Gottes kommen kann.

Eva: Natürlich kann ich auch zuhause beten, das ist wichtig und gut. Aber in der Anbetung ist Jesus wahrhaftig hier. Ich habe in der Anbetung eine Privataudienz mit dem Höchsten, dem Heiligsten, mit Gott selber. Zuhause ist immer etwas los, ich sehe immer und überall Arbeit. Im Anbetungsraum, da ist nur Jesus und ich, ganz intim, ganz in der Stille, nur Er und ich. 

Was könnt ihr Menschen raten, die eine vielleicht unbestimmte Sehnsucht nach mehr, nach etwas Höherem in sich spüren? 

Eva: Fragt nach Jesus, sucht Ihn! Er wird sich finden lassen. Er ist unser Heiland, Retter und bester Freund. Und nirgends ist das Heil zu finden, nur in Jesus Christus. Geht in die Anbetung, fordert Jesus ruhig heraus, sagt ganz ehrlich zu Ihm: Jesus, wenn es Dich gibt, zeige dich mir, und Er wird sich in irgendeiner Weise dir offenbaren. Lies die Bibel, fang mit den Evangelien an, lies mit offenem Herzen. 

Trixi: Ich ermutige jeden, es auszuprobieren mit der Anbetung, kommt vor den Thron Gottes und lernt Seine Liebe kennen. Man kann, wie beim Sonnen, einfach dasitzen und sich von Jesus bescheinen lassen mit Seiner erlösenden und wärmenden Liebe, mit Seiner Stärke und Seinem Frieden. Es ist so etwas Wunderbares, vor allem in dieser hektischen und schnelllebigen Zeit. 

In der Psychologie sagt man oft, man soll die Dinge, die gut für einen sind, trotzdem tun und vor allem regelmäßig tun – auch wenn man sich nicht danach fühlt, zum Beispiel eine Runde joggen. Wie verhält es sich da bei der Anbetung, welche Rolle spielt die Regelmäßigkeit? 

Trixi: Für mich persönlich gibt es im Gebetsleben keinen Urlaub, es ist wichtig, auch regelmäßig in die Anbetung zu gehen. Das heißt nicht, dass ich immer etwas spüren muss. Aber allein die Gegenwart Jesu gibt mir Kraft. In der Anbetung bekommt jeder Mensch Gnade und Segen, da geht keiner leer hinaus. Ich bin sehr dankbar, dass ich jeden Tag zum Herrn kommen, Ihm danken kann, weil ohne den Herrn ist alles nichts! 

Eva: Ich glaube, eine gewisse Regelmäßigkeit ist essentiell. Wenn ich eine Beziehung aufbauen will, ist Regelmäßigkeit wichtig. Ich rede mit einem guten Freund ja auch öfter als ein- bis zweimal im Monat. Durch regelmäßiges Gebet richtet sich mein Fokus immer wieder neu aus, es hilft mir, auf der Spur zu bleiben. 

Beten entspannt, wirkt beruhigend und es ist auch immer eine gute Möglichkeit, den Tag zu reflektieren und Ereignisse zu verarbeiten. Gebet hilft auch in dunklen Zeiten, Hoffnung zu bewahren. Regelmäßig beten wirkt sich ganzheitlich positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Studien belegen, dass Menschen, die regelmäßig beten, tendenziell glücklicher sind und ein höheres Selbstwertgefühl haben. 

Als Christen sind wir eingeladen, uns mit Jesus wie mit einem Freund zu unterhalten, auch über alltägliche Dinge – nichts ist für unseren Herrn unbedeutend. Welche Erfahrung habt ihr da persönlich gemacht? 

Eva: Wir können Jesus alles bringen, unsere Sorgen, Nöte und Ängste. Er ist für uns da, Er hört uns zu. Er ist unser bester und treuster Freund. Der beste Freund kann dich verlassen, aber der Herr verlässt uns nie. Dieses Vertrauen, diese Gewissheit dürfen wir haben. Ich bin oft schon mit Schwierigkeiten hingekommen zu Ihm, ich habe es im Gebet dem Herrn hingelegt: Irgendwie haben sich dann alle scheinbar riesigen Probleme aufgelöst! Ich denke mir oft: der Herr wird’s schon richten. Ich bete auch oft die Hingabenovene, wo es heißt: Jesus, sorge Du, Jesus, ich gebe mich Dir hin. Die hat oft schon in scheinbar ausweglosen Situationen weitergeholfen. 

Es ist einfach schön, wenn man weiß, da ist jemand da, der für uns sorgt. Wie unser guter Papa im Himmel. Er weiß alles, Er kann alles, Er ist der Allmächtige, Er schaut auf uns.

Trixi: Es ist ganz wichtig, dass ich mit dem Herrn kommuniziere. Ich kann mich mit dem Herrn wirklich über alles unterhalten. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass mich, seit ich so ein inniges Gebetsleben habe, der Heilige Geist leitet. Wenn ich zum Beispiel schon im Auto sitze und etwas vergessen habe, werde ich daran erinnert.

Seit 9. März ist der Anbetungsraum für unseren Pfarrverband in Neukirchen immer montags von 7 bis 22 Uhr für alle geöffnet, sozusagen open doors. Jeder kann vorbeikommen und einfach mal schauen, auch wenn es nur für zehn Minuten ist. Was war die Intention eures Anbetungsteams für diesen Schritt? 

Eva: Unsere Intention hinter der Öffnung am Montag ist, dass jeder die Möglichkeit haben soll, zum Herrn zu kommen, ganz nach dem Motto: Komm und sieh! Dass auch jeder die Möglichkeit hat, in die Anbetung zu gehen, ohne dass er gleich eine fixe Stunde übernehmen muss. Man hat nichts zu verlieren, man wird so reich beschenkt! 

Trixi: Es ist wichtig, dass das nicht ein Muss ist, sondern ein Dürfen. Jesus liebt alle Menschen, er freut sich über jeden einzelnen, der Ihn auch nur ein paar Minuten besucht. Es kann jederzeit eine tiefe Berührung geschehen. 

Eva: Wenn ich eine fixe Stunde in der Woche übernommen habe, ist das etwas Wunderbares. Auch wenn das meine persönliche Zeit mit Jesus ist, ist es jederzeit möglich und wunderschön, wenn andere Anbeter dazukommen. Denn es ist unser Plan für die Zukunft, wenn wir alle Stunden besetzt haben, dass die Tür immer offen ist. Natürlich kann es dann auch sein, dass Leute einfach mal für 10 oder 20 Minuten reinschauen, die sind dann selbstverständlich herzlich willkommen!

Eure große Vision ist, dass der Anbetungsraum nie leer ist, dass Jesus Tag und Nacht, 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche angebetet wird. 

Trixi: Das Krankenhaus hat auch Tag und Nacht offen. Bei unserer Vision 24/7, wenn wir Jesus Tag und Nacht anbeten, ist der Himmel für die ganze Region offen. 

Eva: In der Anbetung sind alle Anbeter auch stellvertretend für unsere Gemeinden da. Durch unsere Anbetung bezeugen wir Christus, der immer in unserer Mitte, in der Eucharistie, gegenwärtig ist und erlauben Ihm, ohne Unterbrechung, 24/7, in uns, in unseren Gemeinden, in unserem Land heilend schützend und segnend zu wirken. 

Die Zeit der Anbetung ist niemals verlorene Zeit … 

Eva: Die Zeit bei Jesus in der Eucharistischen Anbetung ist so wertvoll und bringt so viel Segen für den Alltag. Anbetung ist auch ein starkes Glaubenszeugnis und kann die Entscheidungen in unserem persönlichen Leben maßgeblich zum Guten beeinflussen. 

Meine ganze Lebenszeit ist mir von Gott geschenkt, und ein bisschen etwas von dieser Zeit möchte ich dem Herrn ganz bewusst in der Anbetung zurückschenken, indem ich einfach nur da bin bei Ihm und Ihm meinen Dank und meine Liebe bringe. 

… und der Herr wartet mit unendlicher Geduld auf uns … 

Eva: Leider geht es mir manchmal so, dass ich im stressigen Alltag den Herrn hintenanstelle, zuerst muss ich hundert Sachen erledigen, dieses und jenes, und den Herrn lasse ich warten. Doch Gott sei Dank ist unser Herr sehr geduldig, Er wartet, bis ich zu Ihm komme, er wartet mit offenen Händen, bis ich endlich, meistens am Abend, 10, 20 Minuten für Ihn Zeit habe. Doch hat Jesus nicht viel, viel mehr von meiner Aufmerksamkeit verdient? 

Jesus ist es einfach wert, angebetet zu werden, weil Er alles für uns gegeben hat, weil Er uns so sehr liebt, dass er sogar für uns ans Kreuz gegangen ist! Wir sehen, wie es auf der Welt zugeht. Anbetung ist notwendig, weil es die Menschheit dringend nötig hat. In der Bibel steht geschrieben, im Psalm 95:

„Kommt, wir wollen Ihn anbeten und uns vor Ihm beugen. Lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserem Schöpfer, denn Er ist unser Gott und wir sind sein Volk.“ 

Danke für dieses wunderbare Gespräch, das richtig Sehnsucht weckt nach Anbetung, nach Stille mit unserem Herrn Jesus. 

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