Wir haben für heuer einen sehr inspirierenden und passenden Heiligen als Jahrespatron für unseren Pfarrverband gezogen:
Den Heiligen Antonius von Padua.
Inspirierend, weil er einer der mächtigsten Prediger und mutigsten Verkünder aller Zeiten ist, und passend, weil heuer der 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi ist und Antonius von Franz direkt gesandt und beauftrag wurde. Ob seiner Intelligenz, Herzens- und Glaubenstiefe nannte Franz ihn sogar „mein Bischof“. In jeder unserer vier Pfarrkirchen sind Bilder von ihm, in Wald haben wir einen eigenen Antonius Altar. Kaum ein Heiliger wird so sehr wie er verehrt. Es ist faszinierend, dass der vom Gottesvolk vielleicht weltweit am meisten verehrte Heilige einer der größten Prediger, Kirchenlehrer und ein mutiger Abenteurer war.
SEIN LEBEN
Er wurde 1195 als Fernando zu Lissabon geboren. Um 1206 hörte einige tausend Kilometer entfernt Franz im verfallen Kapellchen von San Damiano bei Assisi die Worte „Bau meine Kirche wieder auf“ und bekehrte sich. 1210 wurde Franz und den ersten 12 Brüdern erlaubt, nach der neuen Regel zu leben. Im selben Jahr trat der junge Fernando den Augustinerchorherren in Portugal bei. Die Art des Fernando zu denken, zu beten, zu predigen und zu leben wurde vom Geist des Heiligen Augustinus durchtränkt.
Die Beisetzung der Gebeine von fünf franziskanischen Märtyrern aus Marokko bewegte ihn so tief, dass er 1220 Franziskaner wurde, sich fortan Antonius nannte und sich auf eine Missionsreise nach Nordafrika begab.
Die göttliche Vorsehung hatte jedoch anderes vor, er wurde krank, sein Schiff aber am Heimweg durch Stürme nach Sizilien verschlagen. So gelangte er ins Herz der franziskanischen Bewegung und traf auch mit dem Heiligen Franz zusammen.
(Bild rechts: Der Heilige Antonius in der Pfarrkirche Neukirchen)
EIN BESONDERER AUFTRAG FÜR ANTONIUS
Nach einer Zeit als Einsiedler wurde er von Franz dazu beauftragt zunächst in Oberitalien umherzuziehen und zu predigen. Schließlich wurde er ins vielleicht heißeste Pflaster der damaligen Christenheit, nach Südfrankreich, entsandt. Dort hatten die Katharer und andere Häretiker ganze Landstriche unter ihre Kontrolle gebracht. Sie predigten einen Glauben, in dem alles Materielle als schlecht und nicht von Gott geschaffen galt. Durch harte Askese sollten sie „Katharer“ also „die Reinen“, werden. Franziskus wollte nun zu diesen gelehrten, bibelgewandten und oft wortgewaltigen Häretikern den Besten schicken, den er hatte: Antonius.
Tausende, es wird von bis zu 30.000 berichtet, versammelten sich, um seinen Predigten zu lauschen. Er bekam den Namen „Unermüdlicher Hammer der Ketzer“.
Nach weiteren Predigtreisen durch Frankreich und Italien sowie der treuen Erfüllung vieler anderen Aufgaben verstarb er erschöpft am 13. Juni 1231 in der Nähe von Padua
(Bild links: Antonius in der Pfarrkirche Krimml)
TEXTE DES HEILIGEN ANTONIUS
Es wurden keine Predigten wörtlich aufgezeichnet. Allerdings bekam er den Auftrag, ein Werk mit Predigtgedanken für andere Prediger zu verfassen. Es ist ein Schatz an tiefen Gedanken. Hier zwei Beispiele aus seiner Feder:
„Wie der Sonnenstrahl von der Sonne niedersteigt, die Welt erleuchtet und sich doch nicht von der Sonne trennt, so ist auch Gottes Sohn vom Vater ausgegangen, hat die Welt erleuchtet und sich nicht getrennt von seinem Vater, ist er doch eins mit dem Vater, wie er es bei Johannes (10,30) selbst bezeugt: „ich und der Vater sind eins.“
„Mit seinen am Kreuze ausgespannten Armen birgt Christus wie mit Fittichen jeden, der Zuflucht zu ihm nimmt, und vor der bösen Geister Wut verbirgt er ihn in seinen Wunden.“
(Bild rechts: Heiliger Antonius in der Pfarrkirche Bramberg)
(BildDARSTELLUNG UND PATRON FÜR DAS AUFFINDEN VERLORENER GEGENSTÄNDE
Dass Antonius der vielgebrauchte Patron für das Auffinden verlorener Gegenstände wurde, beruht auf folgender Begebenheit: Einem jungen Mönch reichte es im Kloster. So verschwand er und nahm auch das Psalmenbuch des Antonius mit sich. Beides ein riesiger Verlust, gab es doch noch keinen Buchdruck und zudem ist jede Berufung wie ein wertvoller Edelstein. Antonius vertiefte sich in das Gebet für den jungen Mann und auch für das Wiedererlangen seines Buches. Der Jüngling wurde von Erscheinungen geplagt bis er schließlich das Buch zurückbrachte.
Dass Antonius mit dem Jesuskind in den Armen dargestellt wird, beruht wiederum auf dem Bericht eines Grafen der Antonius einmal des Nachts besuchen wollte. Er sah einen gleißend hellen Schein aus seinem Zimmer kommen und riss die Tür auf da er meinte, es würde brennen. Da sah er Antonius mit dem strahlendem Jesuskind in seinen Armen.
Könnt ihr die 5 Bilder des Antonius in unseren Kirchen entdecken? Auf der Titelseite sowe auf der Innenseite des Pfarrbriefumschlag hinten findet ihr die Darstellungen.
(Bild links: Hl. Antonius in der Pfarrkirche Wald)
GEBET
Ein Gebet zum Wiederlangen verlorenere Dinge
Glorreicher heiliger Antonius, du hast die göttliche Macht ausgeübt, verlorene Dinge wiederzufinden. Hilf mir, die Gnade Gottes wiederzuerlangen und mach mich stark im Dienst an Gott und an den Tugenden. Lass’ mich das Verlorene wiederfinden und zeige mir so deine Güte.
(Vater unser. Gegrüßt seiest du, Maria. Ehre sei dem Vater.)
Lieber heiliger Antonius, glorreicher Diener Gottes,
du bist berühmt für deine Verdienste und Wunder,
hilf uns, die verlorenen Dinge wiederzufinden;
lass uns in der Versuchung deine Hilfe erfahren
und erleuchte uns den Pfad auf der Suche nach dem Willen Gottes.
Hilf uns, das Leben in der Gnade wiederzufinden, das die Sünde zerstört hat und führe uns zur Ehre, die uns Christus versprochen hat.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.






