Wenn die Jugend betet

Von Sonja |
1. März 2026 |
Get-Together beim Sonntag 2.0 in Bramberg

Jeden zweiten Samstag im Monat findet im Pfarrheim Neukirchen der Jugendgebetskreis für unseren Pfarrverband statt, die Prayer Session – direkt im Anschluss an den Jugendgottesdienst. Gebetskreisleiter Edwin Bachmaier und seine Tochter Larissa ist die Gemeinschaft ein besonderes Anliegen. Begonnen wird mit einem Gesätzchen Rosenkranz, dann folgt der Lobpreis, also gesungene, moderne Gebete. Weiteres zentrales Element ist der Preach, ein kleiner Vortrag zu einem Thema, das besonders Jugendliche anspricht. Danach kommt die – kostbare – Zeit der Eucharistischen Anbetung: Pfarrer Christian oder Kooperator Stefan setzen Jesus im Allerheiligsten aus. Auch für freies, persönliches Gebet schaffen Edwin und Larissa Raum. Und: All jene, die im kommenden Monat Geburtstag haben, bekommen sozusagen einen Spezialsegen. 

Lieber Edwin, liebe Larissa, der Jugendgebetskreis, was ist das überhaupt? 

Edwin: Der Gebetskreis ist ein Raum speziell für Jugendliche, wobei natürlich jeder herzlich willkommen ist. Wir rücken die Gemeinschaft in den Vordergrund. Es gibt Gebet, hauptsächlich in Form von Lobpreis, es gibt einen Input mit Fokus auf Themen, die die jungen Leute ansprechen, und es gibt die Anbetung. In den letzten Jahren hat sich etabliert, dass wir danach noch gemeinsam Pizza essen. 

Der Jugendgebetskreis findet ja in den allermeisten Fällen direkt nach dem Jugendgottesdienst, geleitet von Religionslehrerin Rosmarie Feldbacher, statt. Das ist doch eine perfekte Kombination – zuerst verbringen die Jugendlichen den Nachmittag gemeinsam, um sich auf den Jugendgottesdienst vorzubereiten. Nach der Heiligen Messe geht es zur Prayer Session. 

Larissa: Ja, die meisten vom Lobpreischor „worship on fire“, die den Jugendgottesdienst gestalten, kommen danach zum Gebetskreis. Darum ist Rosmarie sehr bemüht. Sie leistet auch als Religionslehrerin tolle Vorarbeit. 

Ihr seid im Gebetskreis sehr offen für das Wirken des Heiligen Geistes. 

 Edwin: In der Zeit des Lobpreises ist immer Raum für freies Gebet. Ich suche jemanden, der beginnt. Teilweise nimmt das so eine starke Eigendynamik an, da geht es Schlag auf Schlag mit den freien Gebeten.  

Würdet ihr sagen, dass Jugendliche anders beten? 

 Larissa: Als Jugendliche traust du dich viel weniger, du bist nicht so direkt, weil du im Hinterkopf hast, was die anderen denken. Zum Beispiel gibt es so viele verschiedene Arten, was du während des Betens mit deinen Händen tun kannst! Kleinen Kindern ist das eher egal. 

Edwin: Erwachsene sind wiederum eher besser im Geschehen drin. 

Apropos Kinder: Für diejenigen, die im kommenden Monat Geburtstag haben, gibt es etwas Besonderes. 

Larissa: Die Geburtstagskinder bekommen einen persönlichen Segen vom Allerheiligsten. Dann dürfen ihnen die Anwesenden noch die Hände auflegen.  

Edwin: Das hat sich so entwickelt, ist einfach geworden. Viele sind sich dem allgemeinen Priestertum nicht bewusst. Darunter fällt es, andere Leute zu segnen. 

Ihr seht den Gebetskreis als Tool zur Neuevangelisierung … 

Edwin: Bei der Zielgruppe haben wir ein bisschen einen Fokus auf Menschen, die der Kirche vielleicht nicht so nahe sind. Deswegen haben wir bei den Vorträgen pro Jahr mindestens ein, zwei Zeugnisse von Leuten, mit denen sich die Jugendlichen vielleicht identifizieren können, wo sie sagen können: Okay, in der Situation stecke ich auch gerade. Teilweise sind da steile Geschichten dabei! 

Larissa: Es werden auch Angebote vorstellt, zum Beispiel Schulungen für Jugendliche, wie sie ihren Glauben vertiefen können. Der Gebetskreis ist so eine Art Einstieg. 

Edwin: Wir sehen uns nicht als Ersatz für irgendetwas. Es geht uns darum, zu zeigen: So kann Kirche auch sein. 

Du bist zwar selbst katholisch aufgewachsen, aber dass du eine persönliche Beziehung zu Gott haben kannst und darfst, das hast du erst später entdeckt. 

Edwin: Ich habe immer geglaubt, dass es Gott gibt, aber nie, dass er mein Freund ist. Die Kirche war für mich der klassische Sonntagsgottesdienst, wo man drinsitzt zwischen Menschen, die eine oder zwei Generationen über einem sind, eine Zeit, die man rumbringen muss. Zum Gebetskreis, den damals mein Schwager geleitet hat, bin ich selbst mitgeschliffen worden. 

Dann hat’s dich erwischt. 

Edwin: Ich habe gemerkt, das hat was, das ist eine ganz andere Kategorie! 

Uns ist es wichtig, den Jugendlichen zu zeigen: Kirche, das ist nicht nur das Gebäude und die Leute, die da drin sind, sondern Kirche ist die Gemeinschaft, die wir haben. Und Kirche schließt Spaß nicht aus! 

Larissa: Beim Gebetskreis ist auch Platz für herumtobende Kinder. 

Bei eurem Gebetskreis fällt auf, dass er sehr jung ist. 

Edwin: Unser Gebetskreis ist ein Kind der Loretto Gemeinschaft, da ist die klassische Gebetskreis-Zielgruppe 16 bis 30 Jahre. Da bei uns im Oberpinzgau aber viele ältere Jugendliche zum Arbeiten oder Studieren in die Stadt gehen oder in der Gastronomie arbeiten und am Samstagabend keine Zeit haben, und weil es den Jugendgottesdienst gibt, hat sich unser Publikum eher Richtung Mittelschule und jünger verlagert. 

Und dennoch spüren auch die Jüngsten, was da im geistlichen Raum passiert, wenn Pfarrer Christian Jesus in der Monstranz aussetzt. 

Larissa: Sobald das Allerheiligste im Raum ist, wird es ganz leise, jeder kniet sich hin. 

Wollt ihr uns verraten, wer zum nächsten Jugendgebetskreis am 14. März kommt?

Edwin: Da haben wir einen Spezialgebetskreis, die Firmlinge sind eingeladen. Es kommt Joel, ein junger dynamischer Mann aus Salzburg. 

Das klingt sehr vielversprechend. Hoffen wir auf viele Besucher. 

Danke, liebe Larissa und lieber Edwin, für das inspirierende Gespräch! 

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